„Medizinische Informatik, das wäre doch etwas für dich.“, sagte mir mein damaliger Physio­therapeut. Ich suchte ein interdisziplinäres Studium und habe es im Oktober 1998 – direkt nach dem Abitur – begonnen. Acht Semester später hielt ich im August 2002 mein Diplom in den Händen. Besonders gerne denke ich an vier Semester Mathematik zurück, aber auch an die persönliche Atmos­phäre und an das beein­druckende Themenspektrum. Daneben weckten das Studienfach und das ungewöhnliche Studienmodell immer das Interesse der unterschiedlichsten Menschen.

Nach meinem Abschluss war ich fünf weitere Jahre im Studiengang MI als Assistent tätig. Ich betreute das Praktikum Elektro- und Messtechnik und war verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit des Studiengangs. Während dieser Zeit begann ich 2004 meine Promotion im Bereich der Herz­diag­nostik. Aktuell baue ich in Bremen ein neues Unternehmen auf, das sich mit der Analyse medizinischer Daten beschäftigt. Der Lehre bleibe ich als Lehrbeauftragter verbunden.

Natürlich gab es in meiner MI-Zeit immer wieder Zweifel und Kritik – am Studiengang, an der Universität und an den eigenen Entscheidungen. Rückblickend hat sich diese Kritik relativiert; heute sehe ich, wie viel mir dieses Studium in meiner täglichen Arbeit nützt: Ich arbeite mit Experten der unterschiedlichsten Fachgebiete zusammen – bei MI habe ich gelernt, sie und ihre Anliegen zu verstehen. Geschäftsberichte, Verträge und Preise gehören für jeden Absolventen zum Handwerkszeug – gelernt habe ich es von erfahrenen Praktikern in meinem Studienschwerpunkt „Manage­ment im Gesundheitswesen“.

Die Medizininformatik ist ein interessantes und herausforderndes Gebiet – trotz langer Arbeitstage und finanzieller Risiken freue ich mich als Unternehmer jeden Tag darauf, in diesem Umfeld meine Ideen umzusetzen. Meinem Physiotherapeuten würde ich heute sagen: „Recht hast du gehabt!.“

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Jörg Mielebacher
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