Heidelberg ist eine Großstadt am Neckar im Südwesten Deutschlands. Die ehemalige kurpfälzische Residenzstadt ist für ihre Schlossruine oberhalb des Neckartals und die Ruprecht-Karls-Universität, die älteste Hochschule Deutschlands, bekannt und zieht Wissenschaftler und Touristen aus aller Welt an.

Mit über 148.000 Einwohnern ist Heidelberg die fünftgrößte Stadt Baden-Württembergs. Sie ist Stadtkreis und zugleich Sitz des umliegenden Rhein-Neckar-Kreises. Die dicht besiedelte Metropolregion, in der Heidelberg gemeinsam mit Mannheim und Ludwigshafen liegt, wird als Metropolregion Rhein-Neckar bezeichnet.

Geographie

Heidelberg Heidelberg liegt zum Teil in der Oberrheinischen Tiefebene überwiegend am linken Ufer des unteren Neckars, vor dessen Ausfluss aus dem Odenwald in einer länglichen Talsohle, umgrenzt vom Königstuhl und Gaisberg. Am rechten Neckarufer erhebt sich der Heiligenberg. Die im 20. Jahrhundert eingemeindeten Orte reichen über das Neckartal in die Bergstraße hinein, die am Rand des Odenwalds entlang führt.

Da Heidelberg in einer der wärmsten Regionen Deutschlands liegt, gedeihen hier für mitteleuropäische Verhältnisse einige Besonderheiten, wie etwa Mandel- und Feigenbäume, oder auch ein Ölbaum im Freiland. Der Balkon der Stadt mit vielen exotischen Gewächsen ist der Philosophenweg gegenüber der Altstadt. Dort wurde 2000 auch wieder erfolgreich mit dem Weinanbau begonnen.

Die lokale Mundart des Heidelberger Raumes ist Kurpellsisch (oder auf Hochdeutsch: der Pfälzer Dialekt in Kurpfälzer Ausprägung).

Die Stadt Heidelberg ist in 15 Stadtteile und 47 Stadtbezirke gegliedert. Der älteste Stadtteil Heidelbergs ist die Altstadt. Er befindet sich auf der Südseite des Neckars und beinhaltet den zwischen Neckar und Königstuhl gelegenen historischen Kern der Stadt. Die meisten Sehenswürdigkeiten Heidelbergs, wie das Heidelberger Schloss, befinden sich in der Altstadt. Wegen ihres reichen kulturellen Erbes bewarb sich Heidelberg 2004 und 2007 um eine Anerkennung der Altstadt als Weltkulturerbe der UNESCO. Gegenüber der Innenstadt, auf dem nördlichen Ufer des Neckars, liegt der Stadtteil Neuenheim. Besonders erwähnenswert ist das Neuenheimer Feld, in dem sich der neue Campus der Ruprecht-Karls-Universität befindet.

Geschichte

Die Stadt Heidelberg wurde im 12. Jahrhundert gegründet, kann aber auf eine Geschichte zurückblicken, die bis in keltische und römische Zeiten zurückreicht. Heidelbergs Ruhm und Bedeutung entstanden in dem 500 Jahre dauernden Abschnitt der Geschichte, als die Stadt zwischen dem 13. Jahrhundert und dem Jahr 1720 Residenz der Pfalzgrafen bei Rhein und Hauptstadt der Kurpfalz war.

Vorgeschichte

Der Homo heidelbergensis, ein Urmensch, von dem der Neandertaler abstammt, erhielt seinen Namen, weil sein erster Fundort die Gemeinde Mauer südlich von Heidelberg war. Dort fand man 1907 in einer Sandgrube einen rund 600.000 Jahre alten Unterkiefer, bei dem es sich um einen der ältesten Urmenschenfunde in Europa überhaupt handelt.

Ab etwa 500 v. Chr. treten in der Geschichte Heidelbergs die Kelten auf. Sie gründeten auf dem Heiligenberg eine größere befestigte Siedlung.

Antike

Um 70 n. Chr. gründeten die Römer ein Lager im heutigen Neuenheim, das um 90 durch ein steinernes Kastell ersetzt wurde. Nach 260 mussten sich die Römer vor dem Germanenstamm der Alamannen an den Rhein zurückziehen. Der Sieg des Merowingerkönigs Chlodwig I. über die Alamannen im Jahr 506 machte Heidelberg schließlich zu einem Teil des Frankenreichs, zugleich wurde das Gebiet christianisiert.

Mittelalter

hpim4471 Die älteste schriftliche Erwähnung Heidelbergs stammt aus dem Jahr 1196. Viele der heutigen Stadtteile Heidelbergs gehen allerdings auf Dörfer zurück, die schon zur Frankenzeit im 6. Jahrhundert entstanden waren. Wohl im 13. Jahrhundert wurde die Stadt im Bereich zwischen Königstuhl und Neckar planmäßig mit einem rechtwinkligen Grundriss und dem Marktplatz im Zentrum angelegt.

Im Jahr 1225 erhielt der Pfalzgraf bei Rhein das vormalig Wormser Heidelberg als Lehen. In der Goldenen Bulle erhielten 1356 die Pfalzgrafen bei Rhein die Kurwürde. Von nun an waren sie als Kurfürsten von der Pfalz bekannt, ihr Herrschaftsgebiet begann man als Kurpfalz zu bezeichnen. Schon im 13. Jahrhundert hatte Heidelberg den Charakter einer Residenzstadt entwickelt, im 14. Jahrhundert dann wurde Heidelberg zur Hauptstadt der Kurpfalz.

Im Jahr 1386 gründete Ruprecht I. die Universität Heidelberg als dritte Hochschule im Heiligen Römischen Reich (nach Prag und Wien). Von den Universitäten in der heutigen Bundesrepublik Deutschland ist sie die älteste. 1392 erfolgte eine umfangreiche Erweiterung Heidelbergs: Das Stadtgebiet wurde nahezu verdoppelt und hatte nun eine Ausdehnung erreicht, die der heutigen Altstadt entspricht.

Jüngere Geschichte

1803 wurde die Kurpfalz aufgelöst, Heidelberg wurde dem bald darauf zum Großfürstentum erhobenen Baden zugeschlagen. Der badische Großherzog Karl Friedrich (1771–1811) machte die Hochschule zu einer staatlich finanzierten Lehranstalt. Ihm und dem Universitätsgründer zu Ehren erhielt die Universität den neuen Namen Ruprecht-Karls-Universität.

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Neckarstadt nicht zuletzt dank ihrer landschaftlichen Reize und der malerischen Schlossruine zu einem der wichtigsten Orte der deutschen Romantik. Das Wirken von Dichtern wie Friedrich Hölderlin, Achim von Arnim, Clemens Brentano und Joseph von Eichendorff wurde als Heidelberger Romantik bekannt.

Die Industrialisierung ging an der Neckarstadt ohne größere Spuren vorüber. Hingegen entwickelte sich der Tourismus ab dem frühen 19. Jahrhundert (vor allem ab dem Anschluss der Stadt an das Eisenbahnnetz im Jahr 1840) zu einen wichtigen Wirtschaftsfaktor in Heidelberg.

Während der Gründerzeit erlebte Heidelberg eine rasante Expansion, während der das Stadtgebiet durch zahlreiche Eingemeindungen vergrößert wurde und die Einwohnerzahl Heidelbergs sich von 20.000 im Jahr 1871 auf 85.000 im Jahr 1933 mehr als vervierfachte. Zugleich wurde die Infrastruktur mit der Einführung der Straßenbahn und der Bergbahn sowie der Kanalisierung des Neckars ausgebaut. 1930 ermöglichten Spenden von US-Bürgern die Grundsteinlegung für das Hörsaalgebäude der Neuen Universität.

Die NSDAP hatte schon zu Zeiten der Weimarer Republik einen überdurchschnittlichen Zuspruch, bei den Reichstagswahlen 1930 wurde sie die stärkste Partei in der Stadt. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 begann dann auch in Heidelberg die organisierte Diskriminierung von Juden und anderen „Nichtariern“. Im April 1933 wurden alle „nichtarischen“ Beamten zwangsbeurlaubt, bis 1939 verlor die Heidelberger Universität ein Drittel ihres Lehrkörpers aus rassistischen oder politischen Gründen. Während der Reichspogromnacht am 9. November 1938 brannten Heidelberger Bürger die Synagogen in Heidelberg und Rohrbach nieder. Am nächsten Tag begann die systematische Deportation Heidelberger Juden mit der Verschleppung 150 jüdischer Mitbürger in das Konzentrationslager Dachau. Etwa zwei Jahre später, am 22. Oktober 1940, fand die Wagner-Bürckel-Aktion statt. Über 6000 badische Juden, darunter 280 Heidelberger, wurden in das Internierungslager Camp de Gurs deportiert.

Heidelberg überstand als eine der wenigen deutschen Großstädte den Zweiten Weltkrieg nahezu unversehrt. Kleinere Luftangriffe in den Jahren 1944 und 1945 hatten nur geringe Schäden angerichtet. Bei ihrem Rückzug am 29. März 1945 sprengte die Wehrmacht die Alte Brücke, dennoch konnten am 30. März 1945 amerikanische Truppen in die Stadt einmarschieren, ohne dabei auf nennenswerten Widerstand zu treffen.

Gegenwart

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Heidelberg Teil der amerikanischen Besatzungszone und Standort hoher Kommandostellen der US-Armee und der NATO. Bis heute ist die Stadt Sitz des NATO-Landhauptquartiers Mitteleuropa und des Hauptquartiers der 7. US-Armee, in der Stadt leben tausende amerikanische Armeeangehörige samt ihrer Familien.

Die Ruprecht-Karls-Universität nahm im Januar 1946 als zweite westdeutsche Hochschule den Lehrbetrieb wieder auf. Schon vor dem Krieg waren vereinzelte Einrichtungen der Universität vom Altstadtcampus nach Neuenheim auf die andere Neckarseite verlegt worden, ab 1951 begann man dann mit dem Aufbau eines komplett neuen Campus, des Neuenheimer Feldes, am westlichen Stadtrand. Mitte der 1970er Jahre war der Ausbau des 120 Hektar großen Geländes im Wesentlichen beendet. Um der wachsenden Einwohnerzahl Heidelbergs Rechnung zu tragen, entstanden in den 1960er und 1970er Jahren im Süden der Stadt zwei gänzlich neue Wohngebiete, Boxberg und Emmertsgrund. Mit der Eingemeindung der im Neckartal gelegenen Gemeinde Ziegelhausen war die flächenmäßige Expansion Heidelbergs 1975 abgeschlossen. Während der Amtszeit des Oberbürgermeisters Reinhold Zundel (1966–1990) wurde die Altstadt saniert, die Hauptstraße wurde in eine 1,6 Kilometer lange Fußgängerzone umgewandelt und der Bismarckplatz erhielt seine heutige Form.

Ein Antrag auf die Aufnahme des Schlosses und der Altstadt in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes wurde 2005 und 2007 abgelehnt, Heidelberg bemüht sich aber weiterhin um die Anerkennung als Weltkulturerbestätte. Die Zukunft der amerikanischen Militärpräsenz in Heidelberg ist indes angesichts der veränderten US-Sicherheitspolitik nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 und Plänen für eine Verlagerung des Hauptquartiers der Landstreitkräfte ungewiss.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Heidelberg ist eine der wenigen deutschen Großstädte mit einer weitgehend erhaltenen barocken Altstadt in mittelalterlichen Proportionen, da diese während des Zweiten Weltkriegs von Bombardierungen verschont blieb. In der Altstadt, die eine der längsten Fußgängerzonen Europas hat, befindet sich auch der Großteil der Sehenswürdigkeiten.

Bauwerke und Orte

Das Heidelberger Schloss ist als eine der berühmtesten Ruinen Deutschlands bekannt. Es steht 80 Meter über dem Talgrund am Nordhang des Königstuhls und dominiert von dort das gesamte Stadtbild. Ursprünglich als Burg errichtet, weiß man heute sonst nur wenig über seine Entstehung. 1764 wurde das Schloss nach einem Brand durch Blitzschlag aufgegeben und die Ruine als Steinbruch für das neue Schwetzinger Sommerschloss und später für die Heidelberger Bürger verwendet.

Der offizielle Name der Heidelberger Alten Brücke ist Carl-Theodor-Brücke. Sie gehört zu Deutschlands ältesten Brückenbauten (1248 erstmals urkundlich erwähnt).

Die Heiliggeistkirche ist die bekannteste Kirche Heidelbergs, allerdings ist nicht sie sondern die Peterskirche die älteste Kirche der Heidelberger Altstadt. Vermutlich wurde die Peterskirche sogar vor der Gründung Heidelbergs errichtet, ihr Alter wird auf etwa 900 Jahre geschätzt. Im Spätmittelalter wurde sie zur Universitätskapelle, sie dient als letzte Ruhestätte für etwa 150 Professoren und kurfürstliche Hofleute.

Das älteste noch erhaltene Gebäude in Heidelberg ist das Hotel Zum Ritter. Es wurde 1592 von einer Tuchhändlerfamilie erbaut. Mit seinem prominenten Standort mitten in der Altstadt gegenüber der Heiliggeistkirche ist es eine der populärsten Sehenswürdigkeiten Heidelbergs. Am östlichen Rand der Altstadt steht das Karlstor, ein freistehender Torbogen aus dem 18. Jahrhundert.

In der Altstadt befinden sich auch zahlreiche historische Gebäude der Universität Heidelberg. Eines der bedeutendsten ist die Universitätsbibliothek. Sie beherbergt unter anderem ein Museum mit einer Vielzahl alter Handschriften und Codices welche Teil des enormen Buchbestandes der Universität sind.

Der Nationalsozialismus und seine Folgen prägen das Erscheinungsbild der Stadt bis heute durch mehrere Bauwerke. An erster Stelle ist hier die Thingstätte auf dem Heiligenberg zu nennen. Sie ist eine Freilichtbühne im Stil eines griechischen Theaters und dient heute als Schauplatz für kulturelle Aufführungen aller Art. Ein weiteres Bauwerk, dessen Entstehung im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus steht, ist die neue Synagoge in der Weststadt. Nachdem die jüdischen Gotteshäuser in Heidelberg in der Pogromnacht vom 9. zum 10. November 1938 niedergebrannt wurden, gab es bis zur Neugründung der jüdischen Gemeinde Ende des Krieges 1945 keine festen Gebetsräume mehr für jüdische Bürger. Nach einer Reihe von Umzügen fand die Gemeinde in der 1994 eingeweihten neuen Synagoge ihr heutiges Zuhause.

Die Heidelberger Bergbahn fährt seit 2005 mit neuen Triebwagen im unteren Teil zur Molkenkur-Aussicht und den historischen Wagen im oberen Streckenabschnitt auf den Königstuhl. Sie ist eines der beliebtesten Mittel um das Heidelberger Schloss zu erreichen.

Einen der schönsten Ausblicke auf die idyllische Heidelberger Altstadt hat man vom Philosophenweg. Der Weg führt auf den Heiligenberg hinauf, welcher sich auf dem dem Heidelberger Schloss gegenüberliegenden Neckarufer befindet. Nach dem eher unscheinbaren Beginn des Weges im Stadtteil Neuenheim erreicht der Besucher schließlich das Philosophengärtchen. Hier haben bereits schon Dichter wie Joseph von Eichendorff den Ausblick auf Heidelberg genossen und sich zu neuen Werken inspirieren lassen.

Kultur

  • Die Stadthalle ist das 1901–1903 erbaute heutige Kongress- und Kulturzentrum.
  • Die 1904 gegründete Stadtbücherei hat einen Gesamtbestand von über 200.000 Medien.
  • Das Theater der Stadt Heidelberg ist der größte Theaterbetrieb der Stadt, ein kommunales Vier-Sparten-Theater mit Musik-, Sprech-, und Tanztheater sowie einem eigenen Ensemble für Kinder- und Jugendtheater.
  • Auch die Universität Heidelberg unterhält mit dem Romanischen Keller ein eigenes Theater. Es ist das größte Forum für studentisches und freies Theater in der Neckarstadt.
  • Ein Theater mit einem ganz anderen Stil ist das Zimmertheater. Ursprünglich von fünf jungen Schauspielern aus purer Notwendigkeit 1950 gegründet, hat es bis heute seinen Kleintheater-Charme erhalten.
  • Das Taeter Theater ist eines der jüngeren Theater Heidelbergs – es wurde 1984 gegründet, 1987 fand es in der alten Tabakfabrik Landfried sein Zuhause.
  • Das Puppentheater Plappermaul ist ein Theater, das ein Programm vor allem für jüngere Zuschauer anbietet.
  • Erwähnenswert ist weiterhin das Roadside Theater, das englischsprachige Theater der US-Streitkräfte in Heidelberg.
  • Der Geschichte der Stadt Heidelberg und der Kurpfalz widmet sich das Kurpfälzische Museum.
  • Eine bundesweit wirkende Gedenkstätte und Museum ist das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma.
  • Das Völkerkundemuseum beherbergt eine Sammlung von Kunstwerken und ethnografischen Objekten aus Asien, Afrika und Ozeanien.
  • Kunstfreunde werden die Ausstellungen des Heidelberger Kunstvereins und des Museum Haus Cajeth zu schätzen wissen.
  • Besonders erwähnenswert sind weiterhin die Heimatmuseen Heidelbergs. Fünf der vierzehn Stadtteile unterhalten Museen, die die individuelle Geschichte des jeweiligen Stadtteils bewahren und dem interessierten Publikum zugänglich machen.
  • Mit ihren zahlreichen Sammlungen und Ausstellungen ist die Universität Heidelberg ein Gigant in der Museumslandschaft der Stadt. Viele der universitären Institute und Fakultäten sind im Besitz umfangreicher Bestände, die öffentlich zugänglich sind. Der Studentenkarzer ist Teil des Studentenmuseums in der Alten Universität.
  • Die alljährliche Lange Nacht der Museen (gemeinsam mit Mannheim und Ludwigshafen) gilt nach Berlin als zweitgrößte Veranstaltung dieser Art in Deutschland.
  • Einen Abstecher ist auch der Zoo Heidelberg wert. Er wurde 1934 gegründet und zieht jedes Jahr rund eine halbe Million Besucher an. Der Tierbestand umfasst etwa 1000 Tiere aus 200 Arten.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • März/April: Heidelberger Frühling (jährlich stattfindendes Festival für klassische und zeitgenössische Musik); Internationaler Ostereiermarkt Heidelberg
  • Drei Wochen vor Ostern: traditioneller Sommertagszug
  • April: Halbmarathon am letzten Wochenende im April
  • April/Mai: Heidelberger Stückemarkt, Theatertage mit jungen Autoren; Heidelberger Symposium
  • Frühsommer: Jährliche Verleihung des von der Stadt gestifteten Clemens-Brentano-Preises
  • Mai: Frühlingsmesse auf dem Messplatz; Heidelberger Ruderregatta
  • Juli: Theatermarathon an öffentlichen Plätzen und an den Spielstätten
  • Juli/August: Heidelberger Schlossfestspiele im Schlosshof; Heidelbergman, Triathlon
  • Juni–September: jeweils am ersten Samstag im Juni und September und am zweiten Samstag im Juli: die Heidelberger Schlossbeleuchtung mit Brillantfeuerwerk von der Alten Brücke
  • September: Heidelberger Herbst in der Altstadt und auf der Fußgängerzone am letzten Samstag im September
  • Oktober: Herbstmesse
  • Oktober/November: Enjoy Jazz
  • November: Internationales Filmfestival Mannheim-Heidelberg
  • November/Dezember: Weihnachtsmarkt in der Altstadt

Sport

Sport hat in Heidelberg einen hohen Stellenwert. 2006 gab es in Heidelberg 120 Sportvereine, 22 städtische Sportanlagen und 40 Sport- und Gymnastikhallen. Heidelberg ist außerdem eine deutsche Rugby-Hochburg – gleich fünf Rugbyvereine gibt es im Stadtgebiet.

Der mitgliederstärkste Sportverein Heidelbergs ist die 1889 als Turnverein gegründete TSG Rohrbach. er zählt zu den zehn größten Vereinen in Nordbaden. Mehrere Heidelberger Vereine haben bereits mehrfach deutsche Meisterschaften gewonnen, Beispiele sind der Basketballverein USC Heidelberg sowie der traditionsreiche Schwimmverein SV Nikar Heidelberg.

Im Jahr 2003 wurde ein Verbund von drei Heidelberger Schulen vom Deutschen Sportbund das Prädikat Eliteschule des Sports verliehen. Die Auszeichnung wurde vergeben für die besonderen Sport-Förderprogramme, die jene Schulen in Kooperation mit dem Heidelberger Olympiastützpunkt im Neuenheimer Feld anbieten. Junge Athletinnen und Athleten, die an diesem Förderprogramm teilnehmen, erhalten besonderes Entgegenkommen um Schule und Training in Einklang zu bringen. Aus dem Programm sind bereits schon mehrere deutsche Meister und internationale Erfolge hervorgegangen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Ortsansässige Unternehmen (Auswahl)

  • Heidelberger Druckmaschinen
  • HeidelbergCement
  • Henkel
  • Springer (Wissenschafts-Verlag)
  • Lamy

Medien

In Heidelberg erscheint als Tageszeitung die Rhein-Neckar-Zeitung. Die Stadt gibt ein wöchentliches Amtsblatt, das Stadtblatt, heraus. Es erscheint außerdem ein Stadtmagazin mit Veranstaltungskalender.

Heidelberg ist Standort einiger Rundfunk-Sendeanlagen. Neben dem Fernsehturm des SWR auf dem Königstuhl gibt es auch die direkt benachbarte Sendeanlage der Deutschen Telekom AG und den Sendemast des AFN im Stadtteil Wieblingen. Ferner gibt es das Rhein-Neckar Fernsehen als lokalen Fernsehsender. Seit Beginn der neunziger Jahre entwickelte sich auch seitens der Studentenschaft reges Interesse, mit eigenen Medien vertreten zu sein. Neben der Studierendenzeitung Ruprecht sendet auf UKW 105,4 MHz das Campusradio Rhein-Neckar, RadioAktiv.

Bildung und Forschung

Hochschulen

Heidelberg ist weit über die Region hinaus bekannt für seine Bildungseinrichtungen. Die renommierteste von ihnen ist unbestritten die Ruprecht-Karls-Universität. In zahlreichen historischen Gebäuden in der Altstadt befinden sich die Geistes-, Sozial- und Rechtswissenschaften. Die Naturwissenschaften und Medizin sind zum überwiegenden Teil auf dem neuen Campus im Neuenheimer Feld angesiedelt. 1904 wurde die Pädagogische Hochschule Heidelberg gegründet. Mit der Hochschule für Kirchenmusik Heidelberg verfügt Heidelberg ebenfalls über ein auf Musik spezialisiertes Institut.1979 wurde die Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg gegründet. Die Fachhochschule Heidelberg ist eine private Hochschule, sie wurde 1992 gegründet und ist staatlich anerkannt sowie durch den Wissenschaftsrat akkreditiert. Die Schiller International University ist mit einem Campus in Heidelberg vertreten.

Forschung

In Heidelberg gibt es eine Vielzahl von Forschungsinstituten insbesondere für Biowissenschaften. Die wichtigste Trägergesellschaft ist die Universität Heidelberg. Unter Ihrem Dach befinden sich zahlreiche Institute wie das Biochemie Zentrum Heidelberg (BZH), das Interdisziplinäre Zentrum für Neurowissenschaften (IZN), das Interdisziplinäre Zentrum für wissenschaftliches Rechnen (IWR), das Südasien Institut (SAI), das Heidelberg Center for American Studies (HCA), das Heidelberg Center Lateinamerika sowie das Zentrum für Astronomie Heidelberg (ZAH). Anfang 2007 kam das im Neuenheimer Feld neugebaute Zentrum für quantitative Analyse molekularer und zellulärer Biosysteme (BIOQUANT) dazu.

Die wohl bekanntesten Institute sind das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), gegründet 1964 und das Zentrum für Molekulare Biologie Heidelberg (ZMBH), gegründet 1983. Beide Institute haben sich der biologischen Grundlagenforschung verschrieben und gehören zu den renommiertesten deutschen Forschungseinrichtungen.

Ebenfalls in Heidelberg ansässig ist die Zentraleinrichtung des European Molecular Biology Laboratory (EMBL), gegründet 1974. Es wird von 18 europäischen Staaten betrieben und gehört zu den weltweit bekanntesten biologischen Forschungseinrichtungen.

Mit gleich vier Instituten bildet Heidelberg einen regionalen Schwerpunkt der Max-Planck-Gesellschaft. Das Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, das Max-Planck-Institut für Kernphysik, das Max-Planck-Institut für Astronomie sowie das Max-Planck-Institut für medizinische Forschung sind hier angesiedelt.

Weitere Forschungsanstalten sind die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau, die Landessternwarte Heidelberg-Königstuhl, die Heidelberger Akademie der Wissenschaften sowie das European Media Laboratory (EML), ein privates Forschungsinstitut für angewandte Informatik.

Schulen

Es gibt zahlreiche Grund-, Haupt- und Realschulen (staatlich und privat) sowie Berufs- und Sonderschulen. In Heidelberg finden sich, bedingt durch den großen Akademikeranteil an der Gesamtbevölkerung, eine hohe Zahl von Gymnasien. Über 52 % aller Schüler der Stadt sind Gymnasiasten.

Schulen besonderer Prägung sind die Freie Waldorfschule Heidelberg (privat) und die Internationale Gesamtschule Heidelberg (IGH) (staatlich).

Erwähnenswert sind neben der Volkshochschule die Hotelfachschule und zahlreiche private berufsbildende Schulen wie das bfw und die F&U-Schulen.

[Der Text entspricht im Wesentlichen einer gekürzten Version des Wikipedia-Artikels über Heidelberg vom 23.05.2008 und steht als solcher unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.]